Das Jahr 2020 war durch die Corona-Pandemie in vielerlei Hinsicht und für viele gesellschaftliche Bereiche herausfordernd, jedoch ist nun glücklicherweise mit den anstehenden Impfungen Licht am Ende des Tunnels und die Situation wird sich hoffentlich im Laufe des neuen Jahres nach und nach normalisieren.

Für das Team im Forschungsprojekt Digitaldialog 21, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Selke, war die Situation der letzten Monate auf der einen Seite mit besonderen Herausforderungen verknüpft, eröffnete anderseits jedoch auch neue Möglichkeiten und Perspektiven. Das Projekt der Hochschule Furtwangen [1], finanziert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw, versteht sich als Stimmungsbarometer zum digitalen Wandel mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum. Ziel ist es, ein reichhaltiges Stimmungsbild bei den Bürger*innen einzuholen, aber auch gemeinsam Möglichkeiten und Ideen zur Gestaltung des digitalen Wandels zu diskutieren.

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben in den letzten Monaten nicht nur die Bedeutung der Digitalisierung für das öffentliche und private Leben vor Augen geführt, sondern auch das viel zitierte Brennglas auf die Herausforderungen des digitalen Wandels und den Aufholbedarf in vielen Bereichen geworfen. Fast über Nacht wurden digitalen Möglichkeiten zu alternativlosen Notwendigkeiten. Der zweifelsfreie große Nutzen der Digitalisierung auch nach Corona ist unbestritten. Digitale Technologien und Anwendungen haben auch schon in den letzten Jahren unseren Alltag nachhaltig verändert. Der digitale Wandel ist jedoch kein Naturereignis, daher ist es besonders in der aktuellen Situation wichtig, alle Mitbürger*innen mitzunehmen und gemeinsam Gestaltungsoptionen zu entwickeln!

Ursprünglich war der Plan des Forschungsteams der Hochschule Furtwangen, die Meinungen und Ideen möglichst vieler Mitbürger*innen in zahlreichen Bürgerdialogen und Workshop-Veranstaltungen in Präsenz zu diskutieren. In 2020 war dieses leider aufgrund der Beschränkungen nur begrenzt möglich und die Beteiligungsangebote musste zwangsläufig erweitert werden. Besonders durch das Engagement und die Unterstützung der 12 Kooperationskommunen aus dem ländlichen Raum [2] wurde hier ein vielfältiges analoges, sowie digitales Angebot zur Beteiligung geschaffen. Im Laufe des Sommers beteiligten sich über 2.700 Bürger*innen an einer Haushaltsbefragung zum digitalen Wandel, sowohl online als auch in Papierform. Zudem wurden in den Kooperationskommunen in digitalen und analogen Bürgerdialogen im Herbst diesen Jahres auch unter den besonderen Bedingungen von Videokonferenzen und Präsenzveranstaltung mit AHA [3] Regeln konstruktiv zu den Herausforderungen und Potentialen der Digitalisierung diskutiert. Es konnte daher ein sehr reichhaltiges Stimmungsbild mit vielfältigen Perspektiven auf den digitalen Wandel besonders auch im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Situation eingeholt werden. Die rege Beteiligung der Bürger*innen hat gezeigt, dass es hohen Bedarf und auch Bereitschaft an Dialog und Beteiligung bei Themen des digitalen Wandels gibt. Die Mehrzahl der Befragten und Teilnehmer*innen der Bürgerdialoge steht der Digitalisierung grundsätzlich sehr positiv gegenüber, sieht jedoch auch eine Wichtigkeit darin, alle Bürger*innen einzubinden, um (neue) soziale Ungleichheiten zu vermeiden.

Am 3.12.2020 wurde in einem virtuellen Treffen mit den Vertreter*innen der teilnehmenden Kommunen Erfahrungen ausgetauscht und die weiteren Schritte im Projekt diskutiert. Trotz der besonderen Umstände der zurückliegenden Monate ist die Bilanz sehr positiv und durch die Erweiterungen des Beteiligungsangebotes wurden auch neue Möglichkeiten erprobt, die Bürger*innen zukünftig an Prozessen zu beteiligen. Die erste Projektphase war bewusst sehr offen gestaltet, in 2021 wird jedoch mit verstärktem Themenfokus auf Basis der bisherigen Ergebnisse weiterdiskutiert. Zu Beginn des nächsten Jahres werden die bisherigen Projektergebnisse allen Bürger*innen online und in Papierform zur Verfügung gestellt. Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Online-Diskussionsforums dem Team der Hochschule Furtwangen zu den Ergebnisse Rückmeldung zu geben bzw. diese miteinander zu diskutieren. Im Frühjahr 2021 folgt eine Wiederholungsbefragung, sowie eine zweite Runde an Bürgerdialogen mit spezifischen Themenfokus. Darüber hinaus ist ein regelmäßiges Treffen eines übergreifenden „Parlament“ aus Bürger*innen der 12 Kooperationskommunen geplant um Themen des digitalen Wandels im ländlichen Raums zu diskutieren und Handlungsempfehlungen für die Landesregierung zu formulieren.

Das Team der Hochschule Furtwangen und die teilnehmenden Kommunen freuen sich auf zahlreiche spannende Dialoge in 2021!

 

Kontakt Hochschule Furtwangen:

Bei weiteren Fragen und Anmerkungen steht Ihnen das Team der Hochschule Furtwangen selbstverständlich zur Verfügung (Ansprechpartner: Herr Jan Gruß (gran@hs-furtwangen.de , 07723 920-2982)! Für weitere Informationen siehe auch https://digitaldialog21.de!

 

 

 

Finanziert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw


 

[1] Das Projekt Digitaldialog 21 wird vom „Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg“ (MWK) aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie „digital@bw“ bis 2022 gefördert. Zusammen mit der Hochschule für Medien in Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und zivilgesellschaftlichen Kooperationspartnern erforscht ein interdisziplinäres Team der Hochschule Furtwangen in einem breit angelegten Dialogprozess Chancen, Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten des digitalen Wandels und setzt hierbei den Schwerpunkt auf den ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Für weitere Informationen, siehe auch die Projektwebseite https://digitaldialog21.de !

[2] Baindt, Balgheim, Ebhausen, Ehrenkirchen, Kißlegg im Allgäu, Königsfeld, Künzelsau, Lauda-Königshofen, Obersontheim, Simonswald, Unterkirnach und Zimmern ob Rottweil

[3] Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmasken